Bewerbung und persönliches Gespräch...

Bewerbung

Wenn ihr nun eine oder mehrere Organisation/en ausgesucht habt, dann meldet euch am besten zur Bewerbung an, umso früher das ist, desto größer ist die Chance aufgenommen zu werden und zeitiger eine Gastfamilie zu bekommen. Dies kann eine unverbindliche Bewerbung im Internet, per Brief oder per Telefon sein.

Ich habe mich im Internet beworben, das ging sehr schnell. Wenig später wurde ich angerufen und auf ein persönliches Gespräch eingeladen. Bei mir waren ein paar Probleme aufgetreten, weil wir nur Wochenende konnten, aber die nur Wochentags. Mit beiden Organisationen haben wir ca. zwei Wochen später uns auf einen Samstag entschieden, wo wir alle Zeit hatten.

 

Das persönliche Gespräch

Da ich ein doppeltes Gespräch hatte, musste ich sehr zeitig aus den Federn. Ich stand ca. 6 Uhr auf und meine Family und ich fuhren dann um 9 los. Ich war ziemlich aufgeregt, aber war guter Laune, weil ich mich schon darauf gefreut hatte.

Als erstes ging es nach Neckartenzlingen zu TravelWorks. Das war ca. 1 und eine halbe Stunde von meinem Wohnort entfernt.

In der Zwischenzeit einfach entspannen und euch mit irgendetwas ablenken (z.B. Mp3-Player, Zeitschrift, etc.)! Für mich hat das ziemlich geholfen nicht zu nervös zu sein. 

Dann mussten wir erst mal suchen, aber das ging ziemlich schnell, weil die Frau von TravelWorks schon draußen stand und uns rein winkte.

Sie begrüßte uns herzlich und mir ging es danach noch besser und war sehr entspannt.

Meine Eltern und meine Schwester konnten sich erst einmal die Gegend anschauen, während ich mit in ihr Haus reinging zum englischen Interview.

Alles war ziemlich locker, bis sie anfing Englisch zu reden. Es war zwar sehr gut zu verstehen, doch war ich am Anfang etwas aufgeregt und musste etwas überlegen, was ich sagen wollte. Doch mit der Zeit legte sich auch das und ich konnte besser sprechen und war wieder entspannt. Also, bleib einfach du selbst, beruhige dich und rege dich nicht unnötig auf! Es sind alle wirklich lieb und freundlich und verstehen, wenn du etwas aufgeregt bist, meins war das beste Beispiel, weil ich kurz vor dem Gespräch super nervös war, aber eben nur kurz.

Sie fragte mich verschiedene Sachen, die leicht zu beantworten sind, z.B. nach deinen Hobbys, ob du die Natur magst, ob du ein Instrument spielst, ob du Vegetarier bist, was du alles isst, wie andere dich beschreiben würden, ob du mit dem Heimweh klar kommen kannst, ob du schon mal länger von deinen Eltern getrennt warst, ob du schon mal in einer großen Stadt warst, was du im Haushalt machst, was deine möglichen Probleme dort sein könnten, ob du Tiere magst usw.) Also insgesamt waren die Fragen ziemlich simpel, doch auch wenn dir mal nicht im richtigen Moment die Wörter einfallen, die du ja eigentlich weißt, kein Problem!

Sie versicherte mir, dass das nicht schlimm sei und wenn du mal nichts verstehen solltest, einfach nachfragen oder auf Deutsch antworten.

Danach zeigte sie mir noch Bilder, als sie mit der Gruppe diesen Jahres in New York war (Orientierungsseminar, das bei vielen Orgas angeboten wird).

Danach konnten meine Eltern und meine Schwester wieder kommen und wir durften Fragen stellen. Sie erklärte uns erst einmal das ganze Programm, Versicherungen, Schulbus, Taschengeld usw. Also bereitet eure Fragen am besten schon mal vor, das ist vorteilhaft.

Wichtig: Wenn ihr bei der Bewerbung keine Zeugniskopien abschicken musstet, nimmt die Kopien der letzen zwei Versetzungszeugnissen mit, wenn möglich auch die Halbjahresinformationen, ist aber kein muss. 

Ich hatte einen ziemlich guten Eindruck von der Organisation TravelWorks, denn neben den Dingen, die man beachten muss, bei der Auswahl der Orga, ist vor allem Bauchgefühl gefragt.

Es muss die sein, wo ihr euch wirklich sicher und vertraut vorkommt, es ist zwar schwierig aber machbar. Frage dich also letztendlich: Wo würde ich mich am besten aufgehoben fühlen?

Wir verabschiedeten uns und fuhren weiter nach Heidelberg zu StepIn. Zwischendurch gingen wir noch schnell essen. Ich war ziemlich müde und erschöpft, deshalb schlief im Auto fast die ganze Fahrt (wieder 1 und eine halbe Stunde).

Als wir diesmal ankamen, musste ich mich echt anstrengen, weil ich so müde war, das ich am liebsten wieder zurück ins Auto wollte und weiter schlafen wollte!

Doch natürlich ging das nicht und wir wurden wieder sehr nett empfangen. Wir gingen in ihr separates Büro und durften einen Film von StepIn anschauen (von Australien, Indien und Co.) „Wow!“ dachte ich, denn ich liebe Fotografie und die Bilder waren wirklich gut gemacht ;)

Dann erklärte auch sie das ganze Programm und mögliche Probleme, die auftreten könnten (Ein großer Pluspunkt!) und ein paar Fragen, die wir noch übrig hatten.

Dann konnten die Übrigen wieder gehen und ich konnte noch mal Englisch sprechen. Das Gespräch war für mich einfacher, da ich nun wusste, wie so was abläuft, aber natürlich war das nicht das gleiche Gespräch, jedes ist individuell und hat andere Schwierigkeitsstufen, doch alle sind machbar!

Diesmal waren die Fragen schwieriger und gingen in eine etwas andere Richtung. Sie wollte möglichst viel Information dazu, was für mich alles möglich wäre.

Hier eine kleiner Einblick der Fragen: Angefangen mit Namen, Alter, Geschwister, Wohnsitz, Arbeit der Eltern... dann etwas tiefer für das Austauschjahr: Was bist du bereit für den Haushalt zu tun? Hast du Regeln für zu Hause und wären mögliche strenge Regeln bei dir ok? Wann musst du spätestens zu Haus sein? Was würdest du tun, wenn du um 11 Uhr abends zu Hause sein musst, aber nicht willst? Wie würdest du das regeln? Wären andersfarbige, politische Einstellungen für dich ein Hindernis/Problem? Wäre eine einzige Person/kleine Geschwister/keine Gastgeschwister für dich ok? Wenn du gerne in einem Sportteam/ Club bist, du aber mal nicht hin kannst, was würdest du zur Ablenkung machen? Was erhoffst du dir nach deinem Auslandsjahr? ...

Ich hab nicht mal alle aufgezählt und das sind schon einige Fragen, die aber wirklich nicht viel länger wie eine halbe Stunde gehen. Mein erstes Interview ging ca. 35 Minuten mein zweites ca. 20.

Bei Manchem konnte ich nur Einzelteile heraushören und habe deshalb die Antwort gegeben, die sie gar nicht hören wollte. Also falls ihr etwas nicht ganz wisst, nachfragen! Sie hatte mich korrigiert, also ging das auch. Diesmal war das Interview etwas strenger, weil ich nich auf Deutsch reden konnte, wenn mir was nicht einfiel. Doch kein Problem, du hast genug Zeit, um zu überlegen, auch ich musste einmal richtig nachdenken, was für Worte ich benutzen wollte, aber das geht auch einfacher: Einfach umschreiben!

Ich hatte ziemlich schnell eine Antwort gegeben und konnte relativ flüssig antworten, obwohl ich eine 3 in Englisch habe. Das ist wirklich nur Kommunikation und so locker, sicher hattest du einiges im Unterricht, die Antworten weiß man einfach.

Danach schaute sie noch mein Zeugnis an, meine Familie kam gerade wieder, und da wir keine weiteren Fragen mehr hatten, verabschiedeten wir uns.

Gute Noten sind wichtig für ein ATJ, also mein Zeugnis bildet für viele Organisationen die Grenze (mit 3.0)! Doch was noch wichtiger ist, neben den Noten: Deine persönliche Einstellung! Ob du dafür wirklich geeignet bist, ob die lange Zeit von allem getrennt zu sein ok für dich ist, ob du den großen Enthusiasmus dafür hast! Bleib einfach du selbst und sei immer freundlich!